Mitzieher im Weitwinkel

Mitzieher werden oft links und rechts unscharf, obwohl die Mitte perfekt scharf ist. Grund ist fast immer eine zu kurze Brennweite. Im Weitwinkel ändert sich während der Belichtungszeit (d. h., beim Passieren des Objekts) an den Rändern nicht nur der Abstand zur Sensorebene, sondern auch die Perspektive. Letzteres zu erkennen zum Beispiel am Hinterrad. Zusätzlich sind Front- und Heckspoiler unscharf.

Rennwagen im Weitwinkel

Fotografiert beim Motorevival 2016 in Hamburg

Der Effekt stört vor allem bei Motorsportfotos. Hier kann man nur einen größeren Abstand einnehmen und eine längere Brennweite verwenden (der Effekt wird dann kleiner und ab 70 mm fast unauffällig).

 

 

Mehr zu dem Thema „Mitzieher“ findet sich in der gedruckten Ausgabe des fotoMAGAZINs 11/2016.

Wer druckt besser in A2?

Fine-Art und hochwertiger Fotodruck in A2 – bis vor ein paar Tagen bedeutete das Epson. Für Amateure und Profifotografen kam nur der SureColor SC-P800 in Betracht. Epson hatte ihn im Sommer 2015 vorgestellt, er löst den Stylus Pro 3880 ab. Jetzt aber hat Canon den imagePROGRAF Pro 1000 auf den Markt gebracht und steigt damit ebenfalls in das A2-Segment ein. Ich habe beide Drucker ausprobiert und finde Argumente sowohl für den einen als auch für den anderen.

imagePROGRAF Pro 1000

imagePROGRAF Pro 1000

Der Canon-Drucker ist mit 32 Kilogramm Gewicht ein echter Brocken und trägt auch bei den Abmessungen deutlich stärker auf als der Epson. Er wirkt auch stabiler als das Epson-Gerät, das höhere Gewicht dürfte aber auch der verbauten Technik geschuldet sein: Der Canon-Drucker hat ein Unterdrucksystem, das Papiere plan im Einzug liegen lässt und Schleifspuren des Druckkopfes auf empfindlichen Medien vermeiden soll.

Der imagePROGRAF druckt mit insgesamt 12 Tinten einer neuen Lucia-Generation, von denen es für den Schwarzweiß-Druck neben Fotoschwarz und Mattschwarz auch zwei Grautöne gibt. Zusätzlich zu den Farben gibt es einen Chroma Optimizer, der bei glänzenden Medien die Glanzunterschiede von unterschiedlich stark bedruckten Flächen beseitigt. Der SureColor von Epson kommt mit 9 Tintentanks und hat neben Foto- und Mattschwarz ebenfalls zwei Grautöne. Die Ultrachrome HD-Tinten entsprechen denen, die auch in den anderen aktuellen Spitzenmodellen von Epson zum Einsatz kommen.

Epson SureColor SC-P800

Epson SureColor SC-P800

Eigentlich fassen die einzelnen Tanks beider Drucker 80 ml Tinte pro Farbe. „Eigentlich“ deshalb, weil Epson die Erstausrüstung auf 64 ml beschneidet. Toll – der Vorteil des günstigeren Anschaffungspreises wird so wieder zunichte gemacht. Bestückung und Austausch der Tinten ist bei beiden Druckern kein Problem.

Beide Drucker lassen sich per LAN oder W-LAN ins Netzwerk einbinden, und beide drucken auch vom Smartphone oder Tablet – was allerdings angesichts des Qualitätsanspruchs der Drucker wie Spielerei anmutet. Eingerichtet werden beide am einfachsten über die Step-by-step-Führung im Browser, die beide Hersteller anbieten. So lassen sie sich einfach in das Netzwerk einbinden und die installierten Druckertreiber sind aktueller als bei der Installation von CD. Beim Canon würde ich empfehlen, die zusätzlich angebotene Software Print Studio Pro zu installieren – sie besticht vor allem durch das übersichtliche Zusammenfassen der Einstellungen, die man sonst in Lightroom/Photoshop und im Druckertreiber nacheinander vornehmen muss. Sie lässt sich aus Lightroom heraus als Zusatzmodul starten.

Beim Druck auf normalem Fotopapier (glanz, matt, seidenmatt) zeigen sich im Handling und in der Qualität wenig Unterschiede. Da der Epson jedoch mattes und glänzendes Schwarz mit eine Leitung auf das Papier bringt führt dazu, dass der Patronenzulauf jedesmal (per Einstellung am Drucker oder im Druckertreiber) gewechselt werden muss, wenn man von matt zu glänzend bzw. umgekehrt wechselt. Jeder Wechsel dauert nicht nur zwei bis drei Minuten, sondern es geht bei Spülen Tinte verloren. Man sollte also so selten wie möglich die Medien wechseln.

Deutlicher werden die Unterschiede bei Fine-Art-Medien (ich habe nur das PhotoRag 308gr getestet, vermute, dass es auf anderen Medien ähnlich sein wird): Der SureColor macht mit seinen Ultrachrome HD-Tinten ein deutlich tieferes Schwarz als der imagePROGRAF. Und das ist sowohl bei Scharzweiß als auch beim Farbdruck sichtbar. Natürlich nur im Vergleich: Die Prints selbst sind nämlich auf beiden Druckern wirklich klasse. Legt man sie jedoch nebeneinander, so greift man intuitiv zum Epson-Print.

Auch beim Handling von Fine-Art-Papieren zeigen sich Unterschiede: Dickere Medien werden bei Canon über den manuellen Einzug zugeführt – bis zu 0,7 mm Dicke (entspricht etwa 400 gr/m2). Bei Epson werden die Medien über einen vorderen Einzugsschacht eingelegt, der manuell geöffnet und wieder verschlossen werden muss. Das Prinzip hatte Epson schon mit dem R3000 vor ein paar Jahren eingeführt. Vorteil ist, dass Medien bis zu einer Dicke von 1,5 mm verarbeitet werden können. Nachteil, dass vor allem kleinere Formate sehr umständlich einzulegen sind und der Einzug bei kleinster Nachlässigkeit fehl schlägt. Mit etwas Pech ist das teure Fine-Art-Blatt dann ruiniert. Und mit noch mehr Pech wird das Papier so im Drucker geknickt, dass der entstehende Staub des Fine-Art-Papiers die nächsten beide Drucke auch noch versaut.

Ich habe mich derart über den Einzug des Epson geärgert, dass ich intuitiv zum vollkommen problemlosen Canon greifen würde. Zumindest, wenn ich mit dem Gerät professionell arbeiten muss. Für bestes Schwarz auf Fine-Art führt jedoch am Epson kein Weg vorbei.

Bzgl. der laufenden Kosten tun sich die Geräte nicht viel. Bei beiden liegt der Literpreis Tinte bei rund 700 Euro. Was im Übrigen deutlich günstiger ist als der kleinerer Drucker.

Schnell in der Hosentasche

Samsung hat seit ein paar Tagen einen Flash-Speicher im Hosentaschenformat im Angebot. Portable SSD T1 heißen die kleinen Datenträger, die per USB-3.0 an Mac- oder Windows-Rechner angebunden werden. Im Inneren arbeitet schneller V-NAND Speicher.

Schnell, schick, aber mit Plastik-Feeling

Schnell, schick, aber mit Plastik-Feeling

Theoretisch lassen sich damit 450 MB/s Sekunde übertragen. Ich habe das Modell mit einem Terabyte-Fassungsvermögen mal ausprobiert und bin zumindest auf über 400 MB/s gekommen. Ein Gigabyte Daten (in meinem Fall JPEG-Fotos) lässt sich so in knapp 6 Sekunden übertragen. Schneller geht es derzeit nicht. Sinn macht das Laufwerk nur mit einer schnellen Gegenstelle: Eine aktuelle SSD im Rechner ist wichtig, ein USB 3.0-Port Pflicht.

Weiterlesen

Lightroom Mobile 1.0

Presets können inklusive einer Vorschau auf die Fotos angewendet werden. Leider keine eigenen, sondern nur die mitgelieferten

Presets können inklusive einer Vorschau auf die Fotos angewendet werden. Leider keine eigenen, sondern nur die mitgelieferten

Mit der iOS-App Lightroom Mobile hat Adobe eine Art Beiwagen für seine Fotoworkflow-Software Lightroom 5 vorgestellt. Die App läuft derzeit einzig auf dem iPad (ab iPad 2, mind. IOS 7) und setzt sowohl eine Desktop-Version von Lightroom mit der gleichzeitig aktualisierten Version 5.4 voraus wie auch einen Zugang zu der Creative Cloud. Hierbei muss es sich um eine echtes Abo handeln – man ist also erst mit dem Angebot für Fotografen und daher erst ab etwa 13 Euro monatlich dabei. Käufer von Lightroom 5 und der Versionen davor bleiben außen vor.

In der Desktop-Version von Lightroom markiert man die Sammlungen, die mit dem iPad synchronisiert werden sollen. Ordner oder Smart-Sammlungen können übrigens nicht abgeglichen werden.

Ab der Version 5.4 gibt es einen Dialog zur Anmeldung in der Creative Cloud. Ist hier das Passwort eingetragen, so beginnt Lightroom mit der Erstellung der Smart-Previews und lädt diese bei bestehender Internetverbindung hoch. Nach der Anmeldung von Lightroom Mobile werden die Sammlungen herunter geladen. Da es sich um Smart-Previews handelt (die zudem nur bei Markierung als „offline Bearbeitung“ komplett vorgehalten werden), hält sich der Speicherverbrauch in Grenzen. Serverseitig gibt es nach Angabe von Adobe keine Begrenzung, das Volumen der Fotos wird auch nicht zu den im Abo bereitgehaltenen 20 GB hinzugerechnet.

Auf dem iPad lassen sich die Fotos mit dem von der Desktop-Software her bekannten Grundset der globalen RAW-Retusche bearbeiten. Auch Veränderungen des Beschnitts sind möglich. Selektive Korrekturen, die gezielte Beeinflussung einzelner Farben oder das Applizieren eigener Presets ist nicht möglich. Lediglich die mit Lightroom mitgelieferten Bearbeitungspresets finden ihre Entsprechung in der iOS-Version.

Die Bearbeitung läuft auf dem iPad Air ausreichend schnell. Andere Raw-Editoren können da nicht mithalten-  was aber auch daran liegt, dass am IPad nur mit der Bildschirmauflösung gearbeitet wird und die Änderungen später am Computer in Highres gerendert werden. Gut gefällt auch die Diashow-Funktion, die zwar wenige, aber dafür sinnvolle Optionen bietet.

Enttäuschend sind die Verwaltungsmöglichkeiten von Lightroom Mobile. Sie erschöpfen sich in der Möglichkeit, Bilder zur Auswahl oder zum Verwerfen zu markieren. Jede Möglichkeit für Bewertungen, Stichwortvergaben (oder -suchen) oder andere Metadatenvergaben fehlen. Prinzipiell stellt sich Frage, ob Adobe nicht in die falsche Richtung gearbeitet hat: Die Bearbeitung von Fotos auf dem unkalibrierten und spiegelglänzendem iPad-Display ist eher Spielerei. Die Auswahl, Ordnung und Verschlagwortung von Fotos ist aber unterwegs mit dem iPad durchaus sinnvoll. Letztlich geht das Konkurrenzprodukt Photosmith einen besseren Weg.

Aber Lightroom Mobile trägt die Versionsnummer 1 und lässt noch Raum für zahlreiche Verbesserungen. Die sollen auch demnächst einfließen, wie die Hamburger Entwickler versicherten. Zunächst aber sollen erst Versionen für Androiden und für Smartphones veröffentlich werden.

 

 

 

Adobe plant Lightroom-Anbindung an das iPad

Tom Hogarty, Lightroom-Produktmanager bei Adobe, zeigte in The Grid eine iOS-Anwendung, auf Lightroom-Daten zugreift und die RAW-Verarbeitung am iPad ermöglicht. In der von Scott Kelby und Matt Kloskowski moderierten Video-Show ließ Hogarty auf einem iPad 2 eine Anwendung laufen, die sich in einem frühen Beta-Stadium befindet und über deren finalen Erscheinungstermin er keine Auskunft geben wollte.

Die technische Basis für „Lightroom for iPad“ sind Adobes Creative Cloud und die neuen Smart-Vorschauen, die bereits in der Beta von Lightroom 5 zu sehen sind: Diese Vorschauen ermöglichen eine Berarbeitung der RAW-Parameter plus eine Bildschirm-Auflösung für die Vorschau, ohne dass die Original-Daten zur Verfügung stehen. Beim Bereitstellen der hochaufgelösten Daten werden die Änderungen von den Vorschauen automatisch übertragen.

Lightroom for iPad greift auf die Smart-Vorschauen zu, die sich in der Creative Cloud befinden. Die endgültige Manipulation der Bilder findet erst dann statt, wenn der Mac oder Windows-Rechner sich die Änderungen aus der Cloud holt. Mit diesem Konzept können selbst hochaufgelöste Bilder auf einem langsamen Tablet bearbeitet werden. Hogartys Fotos waren mit einer Canon EIS 5D Mark III entstanden. Es sei jedoch auch möglich, die Original-Daten auf dem Tablet zu bearbeiten.

Neben der Bearbeitung der Parameter Belichtung, Kontrast, Lichter, Tiefen, Klarheit, Dynamik und Sättigung stehen scheinbar auch Regler für Weißabgleich und mehr zur Verfügung. Details waren nicht zu sehen. Ebenso wenig Funktionen zur Verwaltung und Verschlagwortung der Fotos. Hogarty deutet allerdings an, dass diese ebenfalls integriert werden könnten.

 

Meise in der Bewegungsfalle

 

BlaumeiseMit dem Smartphone als Bewegungsmelder: Dongle+App-Kombis wie Triggertrap lösen Kameras nach Geräuschen, Bild- oder Eigenbewegungen oder auch anderen Ereignissen aus. Leider sind die Signallaufzeiten lang und die Vögel in der Regel schon wieder auf dem nächsten Baum.

 

Die Fotos erweisen sich dann doch als Ergebnis einer Mischung aus Glücks- und Geduldsspiel…

Wandkalender im Test

Kalender sind ein Saisonprodukt. Zwar lässt sich bei allen Anbietern das Kalendarium zu einem selbst gewählten Monat starten, aber typischerweise werden selbsterstellte Kalender zum Jahreswechsel verschenkt. Für die Photographie wurden Kalender von sieben Anbietern getestet.

Die Spanne reicht vom Format DIN A3 bis hin zu einer Größe von 70 mal 50 cm, die Preise inkl. Versand variieren zwischen 28 und 110 Euro. Ob tatsächlich teurere Kalender besser sind und wie sich Kalender im Digitaldruckverfahren von den auf Fotopapier belichteten Exemplaren unterscheiden, beschreibt der Artikel in der in Photographie 12/2012.

Wettbewerb im November: Porträt

Die Monatswettbewere der DigitalPHOTO gehen in die nächste Runde: Porträt ist das Thema des Wettbewerbsmonats November. Noch bis zum 30. November können 10 Fotos pro Teilnehmer eingereicht werden. Teilnehmen können Sie unter www.digitalphoto.de/wettbewerb

Copyright: Ulla Born

Dank an Ulla Born für die Bereitstellung eines schönen Porträts als Ankündigungsbild für den Wettbewerb. Mehr von Ulla Born gibt es auf ihrer Website www.1augenblick.com zu sehen.

 

Fotobücher am iPad

Fotobücher aus den eigenen Fotos werden fast immer am Computer erstellt. Es geht aber auch anders: mit neuen Apps einiger großer Anbieter lassen sich Fotobücher bequem auf dem Sofa am iPad layouten. Das macht mehr Spaß, denn der fast haptische Umgang mit den Fotos ist ein ganz anderes Erlebnis als das Schieben von Bildkästen mit der Maus. Was die Apps im einzelnen taugen und mit welcher Produkt- und Bildqualität Sie bei den Ergebnissen rechnen können, steht in der aktuellen iPad Life 05/2012.