Lightroom Mobile 1.0

Presets können inklusive einer Vorschau auf die Fotos angewendet werden. Leider keine eigenen, sondern nur die mitgelieferten

Presets können inklusive einer Vorschau auf die Fotos angewendet werden. Leider keine eigenen, sondern nur die mitgelieferten

Mit der iOS-App Lightroom Mobile hat Adobe eine Art Beiwagen für seine Fotoworkflow-Software Lightroom 5 vorgestellt. Die App läuft derzeit einzig auf dem iPad (ab iPad 2, mind. IOS 7) und setzt sowohl eine Desktop-Version von Lightroom mit der gleichzeitig aktualisierten Version 5.4 voraus wie auch einen Zugang zu der Creative Cloud. Hierbei muss es sich um eine echtes Abo handeln – man ist also erst mit dem Angebot für Fotografen und daher erst ab etwa 13 Euro monatlich dabei. Käufer von Lightroom 5 und der Versionen davor bleiben außen vor.

In der Desktop-Version von Lightroom markiert man die Sammlungen, die mit dem iPad synchronisiert werden sollen. Ordner oder Smart-Sammlungen können übrigens nicht abgeglichen werden.

Ab der Version 5.4 gibt es einen Dialog zur Anmeldung in der Creative Cloud. Ist hier das Passwort eingetragen, so beginnt Lightroom mit der Erstellung der Smart-Previews und lädt diese bei bestehender Internetverbindung hoch. Nach der Anmeldung von Lightroom Mobile werden die Sammlungen herunter geladen. Da es sich um Smart-Previews handelt (die zudem nur bei Markierung als „offline Bearbeitung“ komplett vorgehalten werden), hält sich der Speicherverbrauch in Grenzen. Serverseitig gibt es nach Angabe von Adobe keine Begrenzung, das Volumen der Fotos wird auch nicht zu den im Abo bereitgehaltenen 20 GB hinzugerechnet.

Auf dem iPad lassen sich die Fotos mit dem von der Desktop-Software her bekannten Grundset der globalen RAW-Retusche bearbeiten. Auch Veränderungen des Beschnitts sind möglich. Selektive Korrekturen, die gezielte Beeinflussung einzelner Farben oder das Applizieren eigener Presets ist nicht möglich. Lediglich die mit Lightroom mitgelieferten Bearbeitungspresets finden ihre Entsprechung in der iOS-Version.

Die Bearbeitung läuft auf dem iPad Air ausreichend schnell. Andere Raw-Editoren können da nicht mithalten-  was aber auch daran liegt, dass am IPad nur mit der Bildschirmauflösung gearbeitet wird und die Änderungen später am Computer in Highres gerendert werden. Gut gefällt auch die Diashow-Funktion, die zwar wenige, aber dafür sinnvolle Optionen bietet.

Enttäuschend sind die Verwaltungsmöglichkeiten von Lightroom Mobile. Sie erschöpfen sich in der Möglichkeit, Bilder zur Auswahl oder zum Verwerfen zu markieren. Jede Möglichkeit für Bewertungen, Stichwortvergaben (oder -suchen) oder andere Metadatenvergaben fehlen. Prinzipiell stellt sich Frage, ob Adobe nicht in die falsche Richtung gearbeitet hat: Die Bearbeitung von Fotos auf dem unkalibrierten und spiegelglänzendem iPad-Display ist eher Spielerei. Die Auswahl, Ordnung und Verschlagwortung von Fotos ist aber unterwegs mit dem iPad durchaus sinnvoll. Letztlich geht das Konkurrenzprodukt Photosmith einen besseren Weg.

Aber Lightroom Mobile trägt die Versionsnummer 1 und lässt noch Raum für zahlreiche Verbesserungen. Die sollen auch demnächst einfließen, wie die Hamburger Entwickler versicherten. Zunächst aber sollen erst Versionen für Androiden und für Smartphones veröffentlich werden.

 

 

 

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